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Triage in Nato und Bund

Ausgangslage Nato

Vierstufige Triage der NatoUm 1950 herum wurde seitens der NATO für das Sanitätswesen in ihrem Einflussbereich ein Einteilungsschema mit vier Stufen inklusive einer vorgeschriebenen farblichen Kennzeichnung festgelegt, dargestellt ist dieses System in der nebenstehenden Tabelle.

 

 

Fünfstufige Differenzierung der Triage lt. “Emergency War Surgery” 1988Fortentwicklung NATO

Im NATO Handbuch "Emergency War Surgery" von 1988 wird die Stufe 1 in zwei Stufen "Urgent" und "Immediate" unterschieden und aus dem vierstufigen ein fünfstufiges System. Die ursprüngliche Einteilung nimmt damit die nebenstehende Ausprägung an.

 

 

Sichtungsschema der BAND

Vierstufiges Schema der BAND vor 2002Da der Gedanke einer abwartenden (Nicht-)Behandlung mit dem ärztlichen Selbstverständnis kollidierte und außerdem der Begriff T4 durch die Verwendung als Begriff "Aktion T4" für die Euthanasiemorde im 3.Reich (benannt nach der Adresse der Euthanasiezentrale Tiergartenstrasse 4 in Berlin), schlug die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaft Notärzte Deutschlands (BAND) für Großschadenslagen die nebenstehend dargestellten Sichtungskategorien vor.

 

 

Konsensus-Konferenz des BMI

Ergebnis der Konsensuskonferenz des BMI 2002Die unterschiedliche Interpretation der Gruppe 4 führte dazu, dass diese Kategorisierung mit den Triagegruppen der NATO inkompatibel war. Dies und die Unterschiede zwischen den in Europa im zivilen Katastrophenschutz verwendeten Systeme war der Anlass zu einer Konsensus-Konferenz, zu der der Bundesinnenminister zum 15.März 2002 an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundesverwaltungsamtes in Bad Neuenahr-Ahrweiler einlud. Das Ergebnis war die Empfehlung einer der NATO-Einteilung ähnlichen Kategorisierung mit vier Stufen für Verletzte und einer fünften Stufe für Tote.

Den Vorbehalten gegenüber der Bezeichnung T4 wird in dieser Empfehlung insofern Rechnung getragen, als die Eröffnung dieser Sichtungskategorie die formale Ausrufung des Katastrophenalarms durch den Regierungspräsidenten erfordert, in der normalen Großschadenslage oder dem ManV (Massenanfall von Verletzten) gibt es nur die Kategorien 1 bis 3, sowie die Toten.

Zusätzlich vereinbart wurde ein Entscheidungsschema zur Transportpriorität, welches im Anschluss an die Sichtung und erste Therapie am Notfallort zum Einsatz kommt. Danach werden die Patienten eingeteilt in die Untergruppen

  • hohe Transportpriorität
  • niedrige Transportpriorität.


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